Umwelt- und Planungsrecht in Praxis und Wissenschaft

Unter dem Titel „Umwelt- und Planungsrecht in Praxis und Wissenschaft“ existiert seit 2009 in Halle/Saale ein Forum zur Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen der Verwaltungs- und Verfahrenspraxis auf den Gebieten des Umweltschutzes und der Raum- sowie Fachplanung. Ziel ist es, in Kooperation mit den auf diesen Gebieten tätigen Institutionen, Landes- und Kommunalbehörden sowie Verbänden der Region ein Forum zur Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse anzubieten und den Erfahrungsaustausch mit Akteuren aus der Rechts- und Verwaltungspraxis im mitteldeutschen Raum zu gestalten.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die Organisation einer kontinuierlichen Veranstaltungsreihe zu ausgewählten Themen aus dem gesamten Bereich des Umwelt- und Planungsrechts. Die UPPW-Reihe wird von einem fachkundigen Koordinierungskreis unter dem institutionellen Dach der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Kooperation mit dem Umweltbundesamt konzipiert. Regelmäßig finden drei Veranstaltungen je Semester statt. Ein maßgebliches Kriterium für die Auswahl der Themen ist die Praxisrelevanz, insbesondere soll über neuere Rechtsentwicklungen informiert werden.

Die UPPW-Reihe wendet sich an alle mit dem Umwelt- und Planungsrecht befassten Personen aus den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern der Praxis, Wissenschaft und Ausbildung. Eingeladen sind ausdrücklich auch alle Studierenden mit entsprechenden Interessenschwerpunkten.


Kommende Veranstaltungen

UPPW-Vortrag Nr. 76

Präsenzveranstaltung – Hörsaal XVI (Melanchthonianum), Universitätsplatz 9

Dienstag, 09. Juni 2026, 16:00 -18:00 Uhr

Miriam Dross, LL.M., Umweltbundesamt

Das neue Straßenverkehrsrecht – Paradigmenwechsel zugunsten von
Umwelt- und Klimaschutz

Der öffentliche Straßenraum hat viele Funktionen. Bislang
stand vor allem der Kfz-Verkehr im Mittelpunkt, denn
fahrende und parkende Autos belegen einen großen Teil der
Fläche. Zunehmend fordern andere Nutzungen wie der Radund
Fußverkehr oder das Straßengrün und Stadtbäume Platz
ein. Im über mehrere Jahre erfolgten Novellierungsprozess
von Straßenverkehrsgesetz, Straßenverkehrs-Ordnung und
der entsprechenden Verwaltungsvorschrift hat jetzt ein
grundlegender Paradigmenwechsel stattgefunden. Die
neuen Ziele Umwelt- und Klimaschutz, Gesundheit und
städtebauliche Entwicklung dienen jetzt als Anordnungsgründe
für verkehrliche Anordnungen, neben der Sicherheit
und Leichtigkeit des Verkehrs. Die Novelle beeinflusst damit
Fuß- und Radwege, Busspuren, die Parkraumbewirtschaftung
und Tempo 30. Auch interessante verfassungsrechtliche
Fragen spielten im Gesetzgebungsprozess eine Rolle.


Der Vortrag gibt einen Einblick in den Gesetzgebungsprozess,
relevante Rechtsfragen und zeigt Praxisbeispiele.

Zur Referentin:
Miriam Dross, LL.M. ist Volljuristin und leitet seit 2021 das Fachgebiet
Nachhaltige Mobilität in Stadt und Land am Umweltbundesamt. Das
Fachgebiet führt Forschungsvorhaben im Bereich nachhaltige
Stadtmobilität, u. a. zu Rad- und Fußverkehr, Anreizen für nachhaltiges
Mobilitätsverhalten, Straßenraumumverteilung und ÖPNV durch und
bearbeitet straßenverkehrsrechtliche Fragen. Das FG ist
Koordinierungsstelle der Europäischen Mobilitätswoche und Focal
Point des UNECE-Programms für aktive Mobilität und Gesundheit in
der Bundesregierung.

Die Veranstaltungsreihe wird am 30.06.2026 fortgesetzt.